
Die beiden Brüder Mario und Luigi träumen davon, als Klempner richtig groß rauszukommen. Sie haben sogar einen sündhaft teuren Werbespot gedreht! Und doch tun sie sich schwer damit, diesen Traum umzusetzen. Ein Auftrag, in den sie große Hoffnung setzen, endet in einem Desaster. Als plötzlich die Stadt überschwemmt wird, sehen die beiden ihre Chance gekommen, ihren Wert zu beweisen. Aber es kommt anders, denn bei ihrer Erkundung der Kanalisation werden sie plötzlich einer nach dem anderen in eine fremde Welt teleportiert. Dort treibt gerade Bowser sein Unwesen, der es sich in den Kopf gesetzt hat, alle Länder zu erobern. Und weil ihm das noch nicht reicht, plant er darüber hinaus, Prinzessin Peach zu heiraten. Zu eben dieser will auch Mario, ist sie doch die Einzige, die ihm dabei helfen kann, den verschwundenen Luigi wiederzufinden …
Zum Erfolg verdammt?
Es war ein ziemlicher Coup, als vor rund fünf Jahren bekannt wurde, dass Illumination einen Film rund um den Videospielhelden Mario produzieren würde. Das enorm erfolgreiche Studio, das mit Titel wie Ich – einfach unverbesserlich und Pets weltweite Blockbuster geschaffen hat, trifft auf eine seit Jahrzehnten geliebte Figur, die wie keine andere als Symbol für Videospiele dient. Schon bei dem Gedanken daran klingeln die Kassen. Klar, Selbstläufer sind solche Adaptionen nicht. Im Laufe der Geschichte sind zahlreiche Filme an der Aufgabe gescheitert, die populären Vorlagen in ein neues Medium zu übertragen. Das bekannteste Beispiel einer solchen Niederlage betrifft Mario selbst: Das Live-Action-Abenteuer Super Mario Bros. war 1993 ein solches Fiasko, dass Nintendo wie ein gebranntes Kind weitere Filme mied. Würde es beim zweiten Anlauf klappen?
Wobei die beiden Filme kaum miteinander zu vergleichen sind. Tatsächlich haben sie bis auf den Namen nur wenig gemeinsam. So war der vor 30 Jahren veröffentlichte Flop ein bizarrer Film, bei dem weder die Settings noch die Figuren den Spielvarianten entsprachen, von Mario und Luigi einmal abgesehen. Ob nun King Koopa oder Daisy, man hatte alles bis zur Unkenntlichkeit verändert. Der Super Mario Bros. Film ist da völlig anders und deutlich werkgetreuer. Wobei der Einstieg der zwei ungleichen Adaptionen sogar noch recht ähnlich ist. Bei beiden beginnt die Haupthandlung damit, dass die zwei Klempner sich erfolglos um Aufträge bemühen, bis sie auf einmal in eine fremde Welt hineingezogen werden. Doch auch hier zeigt sich schon der unterschiedliche Ansatz, wenn die Animationsvariante eine ganze Reihe von Anspielungen einbaut. So gibt es beispielsweise eine Referenz an Wrecking Crew, eines von mehreren Spielen, in denen Mario dabei war, noch bevor 1985 der Plattform-Klassiker Super Mario Bros. erschien, mit dem der eigentliche Durchbruch gelang.
Unterhaltsam, aber wenig abenteuerlich
Der Film fährt im Anschluss dann auch zweigleisig. Zum einen bleiben die Referenzen, mit denen die Fans des Spiele-Franchises beglückt werden sollen. Da werden nicht nur Szenen und Figuren aus dem Hauptspiel übernommen und mit bekannten Melodien und Soundeffekten hinterlegt, sondern auch andere Werke rund um Mario bedacht. Gleichzeitig ist Der Super Mario Bros. Film aber für Kinder konzipiert und setzt auf typische Illumination-Qualitäten. Da gibt es Unmengen an Action und reihenweise Slapstick-Momente. Rund anderthalb Stunden dauert das Abenteuer und gönnt dem Publikum kaum eine Pause. Hyperaktiv wird da durch die Gegend gerast, als hätte man Angst, dass die Zuschauer und Zuschauerinnen sich sonst langweilen könnten.
Es bedeutet aber auch, dass man inhaltlich nichts erwarten darf. Nennenswerte Entwicklungen gibt es keine. Und wenn sind sie sehr spontan. Es wird auch nichts experimentiert oder gewagt: Das Animationsstudio ist dafür bekannt, keinerlei Risiken eingehen zu wollen, sondern stromlinienförmige Unterhaltung anzubieten. Größer könnte der Kontrast zwischen Der Super Mario Bros. Film und seinem Live-Action-Vorfahren daher kaum sein. Das mag man dann bedauerlich finden, weil hier keine eigene Persönlichkeit und Handschrift mehr vorliegt. Aber es funktioniert: Die Reise ins Pilz-Königreich ist unterhaltsam und kurzweilig, dabei visuell ansprechend. Weitere Filme sind insofern willkommen, auch wenn man sich beim nächsten Mal mehr Mut und Einfallsreichtum wünschen würde, vielleicht eine Mischung aus den beiden Mario-Filmen, bei der der Wahnsinn des einen auf die Kompetenz des anderen trifft.
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