
Als der völlig überarbeitete und überforderte alleinerziehende Vater Martin (Maximilian Brückner) während einer Zugfahrt zusammenbricht, ist Nicole (Jasmin Gerat) zur Stelle. Eigentlich ist sie zwar Tierärztin, für einen kurzen Gesundheitscheck reicht es aber. Was zunächst nur eine Zufallsbegegnung war, entwickelt sich bald zu mehr. Ein erstes Treffen von Nicole mit Martins Kindern Kris (Louis Eitner) und Juli (Sophie Paasch) geht zwar völlig in die Hose. Dennoch lädt er seine Freundin zu einem gemeinsamen Ski-Urlaub über Weihnachten ein. Nach einigem hin und her lässt sie sich doch drauf ein. Was soll schon schiefgehen? Jede Menge, wie sich herausstellt. Und als wäre das nicht alles schon kompliziert genug, muss sich Nicole mit ihrer Mutter Diana (Sabine Vitua) herumplagen …
Drama zu Weihnachten
Es weihnachtet sehr, auf den Straßen, in den Geschäften – und natürlich im Fernsehen. Das ZDF ist natürlich immer gern mit von der Partie, wenn es darum geht, diese spezielle Zeit irgendwie in Filme packen zu wollen. Da war der sympathische Episodenfilm Weihnachtspäckchen … haben alle zu tragen über eine Reihe zwischenmenschlicher Ereignisse. Im Anschluss stand die Komödie Zwei Weihnachtsmänner sind einer zu viel auf dem Programm, bei der zwei grundverschiedene Familien zu Weihnachten zusammenkommen. Und auch Ein Regenbogen zu Weihnachten handelt davon, wie ein neues Paar zusammen Weihnachten feiert und dabei die Kinder aus der vorherige Beziehung eine große Rolle spielen.
Im Gegensatz zum oben genannten Fernsehfilm verzichtet dieser hier aber nahezu völlig auf Humor. Ein paar überspitzte Momente gibt es zwar schon, etwa anfangs im Zug oder bei der ersten Begegnung mit den Kindern, die auch als Karikatur durchgehen. Und dann wäre da ja noch die Figur der Mutter Diana, die vermutlich als Comic Relief eingebaut wurde. Ansonsten handelt es sich bei Ein Regenbogen zu Weihnachten, das im Rahmen der sonntäglichen Herzkino-Programmschiene ausgestrahlt wird, um ein reines Drama. Da geht es zum einen um eine Beziehung, die zu Beginn noch recht wacklig ist und sich erst noch festigen muss. Zum anderen wird das Verhältnis zwischen dem Vater und den Kindern besprochen, um die er sich nach dem Tod seiner Frau allein kümmern muss.
Zwischen Alltag und Stereotyp
Grundsätzlich funktioniert so etwas. Sich innerhalb einer neuen Beziehung zu finden, ist unter normalen Umständen schon oft nicht ganz einfach. Wenn es dann noch darum geht, sich in ein kompliziertes Familiengefüge zu manövrieren, das durch den Verlust der Mutter sehr holprig geworden ist, wird es besonders knifflig. Dann und wann gelingt es Ein Regenbogen zu Weihnachten ganz gut, diese Situation anschaulich zu beschrieben, sodass man sich als Zuschauer bzw. Zuschauerin darin wiederfinden kann. Auch wenn die Familiengeschichte in dem Sinn kein Alltag ist, bietet sie doch so viel Universelles, dass dies durchaus als Identifikationsfläche dienen kann. Gerade die Konflikte zwischen Martin und den beiden Kindern gehen als solche durch.
Leider hat Drehbuchautor Christoph Silber (Das Wunder von Kapstadt) aber keine erkennbaren Ambitionen, über diese Allgemeinplätze hinauszugehen. Gerade die beiden Jugendlichen sind schon sehr stereotyp. Ärgerlich ist zudem, wie da zum Zweck der dramatischen Zuspitzung irgendwelche Konflikte aus heiterem Himmel hereinbrechen oder Persönlichkeiten extreme Schwankungen haben, man sich an diesen Stellen überhaupt nicht für Natürlichkeit oder Glaubwürdigkeit interessiert. Zwar wird Ein Regenbogen zu Weihnachten nicht ganz so melodramatisch, wie man es von anderen Herzkino-Beiträgen gewohnt ist. Aber es läuft doch dem zugegen, das hier als alltägliche Geschichte umsetzen zu wollen, die nah an den Menschen ist. Im Vergleich zu den obigen Titeln ist das hier daher nur zweite Wahl.
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