Geronimo – An American Legend TV Fernsehen ZDFNeo Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
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Geronimo – Eine Legende

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„Geronimo – Eine Legende“ // Deutschland-Start: 16. Juni 1994 (Kino) // 20. Juni 2019 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

1884 wird der junge Soldat Britton Davis (Matt Damon) in den Süden der USA versetzt. Dort wird er Teil des Regiments von Lieutenant Charles B. Gatewood (Jason Patric), der im Namen von General George Crook (Gene Hackman) dafür sorgen soll, die Kapitulation Geronimos (Wes Studi), einem Krieger der Chiricahua-Apachen, zu überwachen. Mit diesem Schritt soll endlich Frieden an der US-mexikanischen Grenzer herrschen und ein Ende der Feindseligkeiten zwischen Weißen und Ureinwohnern eingeläutet werden. Zwischen General und Geronimo, wie auch den anderen Kriegern und Häuptlingen der Apachen, herrscht ein Verhältnis gegenseitigen Respekts, doch als einer ihrer Medizinmänner umgebracht wird, übt Geronimo den Aufstand. Mit ein paar gleichgesinnten Kriegern sowie deren Familien flieht er und verübt unzählige Verbrechen, wie auch die Soldaten, die ihn aufspüren sollen. Schließlich bietet Gatewood an, Geronimo dazu zu überreden, sich zu stellen, auch wenn er weiß, dass dies nun noch schwieriger werden wird als zuvor.

Der ultimative Apache

Wer die Filme von Regisseur Walter Hill (Nur 48 Stunden, Die letzten Amerikaner, Ausgelöscht) kennt, dem sollte die Affinität des Filmemachers zum Western-Genre nicht neu sein. In Interviews hat Hill immer wieder betont, dass ihn die Geschichte des amerikanischen Westens fasziniere, insbesondere die Konflikte zwischen Ureinwohnern und den weißen Siedlern. Im Zuge des großen kommerziellen Erfolgs von Kevin Costners Der mit dem Wolf tanzt bot sich die Möglichkeit, die Geschichte Geronimos, einem bedeutenden Medizinmann und Kriegerhäuptling der Chiricahua-Apachen, zu verfilmen. Geronimo – Eine Legende ist jedoch nicht, wie man anhand des Titels denken könnte, ein Biopic, sondern vielmehr eine Erzählung der Ereignisse rund um den Indian Removal Act, der dazu führte, dass alle Ureinwohner in Reservaten untergebracht wurden. Hill ist ein Film gelungen, der ohne Schönfärberei von einem System der Ausbeutung und Unterdrückung erzählt, das letztlich sowohl den Ureinwohnern als auch den Weißen schadet.

In der Flut der Anti-Western, die im Zuge von Costners Film in die Kinos kam, ging Geronimo etwas unter, jedoch hat dies nicht mit der Qualität des Westerns zu tun. Walter Hill erzählt eine multi-perspektivische Geschichte, die sowohl die Perspektive der Ureinwohner wie auch die der weißen Soldaten, repräsentiert durch die von Jason Patric und Matt Damon gespielten Figuren, berücksichtigt. Der von Wes Studi gespielte Geronimo wird als Rebell emporgehoben, der sich gegen das Unrecht aufbegehrt, dass man ihm und seinem Stamm angetan hat und was maßgeblich ihre Freiheit einschränkt. Der „ultimative Apache“, wie ihn Drehbuchautor John Milius nennt, kämpft um das Überleben seiner Kultur, seiner Identität und seiner Art zu leben, sodass er fast schon zu einer Art Märtyrer wird. Geronimo ist deswegen interessant, weil er auf simplifizierende Darstellungen verzichtet, genauso wie auch konventionelle, weil verfälschende Bilder, welche die Eroberung des Westens als einen zivilisatorischen Sieg preisen. In Hills Version des „Wilden Westen“ sind alle letztlich Opfer, denn während die Ureinwohner für das Überleben ihrer Kultur kämpfen, stehen bei den Soldaten Prinzipien wie Ehre und Moral zur Disposition.

Ein System gegen die Menschen

Geronimo ist auch ein Ensemble-Drama. Wes Studi spielt Geronimo als einen Getriebenen und einen Kämpfer, dem man jedoch ansieht, wie er die Chancen seines Stammes betrachtet. Ebenso ernüchternd ist die Perspektive der Soldaten, wobei Jason Patrics wie auch Matt Damons Figur glaubhaft und fesselnd einen Prozess der Desillusionierung darstellen, der durch den Krieg, der eigentlich eine Annektion von Land und Besitz ist, vorangetrieben wird. Insbesondere Jason Patrics Darstellung verdient Lob, weil er die schwierige Aufgabe meistert, einen Menschen zu zeigen, der um die Korruption des Systems, der er dient, weiß und einen Weg gefunden hat, wie er dennoch funktionieren kann. Ebenso wie der von Gene Hackman gespielte General Crook versucht er sich als Vermittler, der doch anerkennen muss, dass er gegenüber einem System, was gegen die Menschen (unabhängig von deren Herkunft) arbeitet, nicht gewinnen kann.

Credits

OT: „Geronimo – An American Legend“
Land: USA
Jahr: 1993
Regie: Walter Hill
Drehbuch: John Milius, Larry Gross
Musik: Ry Cooder
Kamera: Lloyd Ahern
Besetzung: Jason Patric, Matt Damon, Gene Hackman, Wes Studi, Robert Duvall

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 1994 Bester Ton Chris Carpenter, Doug Hemphill, Bill W. Benton, Lee Orloff nominiert

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Geronimo – Eine Legende
fazit
„Geronimo – Eine Legende“ ist ein Anti-Western über den Kampf um Identität, Überleben und eine Art zu leben. Walter Hill erzählt ohne Pathos, dafür aber mit einem desillusionierten Blick die Geschichte um den Indian Removal Act und den berühmten Medizinmann Geronimo als eine Erzählung über ein ausbeuterisches und menschenfeindliches System. Die Bilder wie auch die schauspielerischen Leistungen machen den Film zu einem weiteren Höhepunkt im filmischen Schaffen dieses Regisseurs.
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