Tyler Perry Divorce in Black Amazon Prime Video Streamen online
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Divorce in the Black

Tyler Perry Divorce in Black Amazon Prime Video Streamen online
„Divorce in the Black“ // Start: 11. Juli 2024 (Amazon Prime Video)

Inhalt / Kritik

Auch wenn die Ehe zwischen Ava (Meagan Good) und Dallas (Cory Hardrict) nie ganz einfach war, für Ava stand immer fest, dass sie zu ihrem Mann stehen muss, komme was wolle. Umso größer ist der Schock, als er ankündigt, die Scheidung einreichen zu wollen. Jetzt heißt es erst einmal, sich neu zu sammeln und alles zu verarbeiten. Da trifft es sich doch gut, dass Benji (Joseph Lee Anderson) auftaucht, der sie schon lange anhimmelt und seine Chance gekommen sieht. Nach der toxischen Beziehung zu Dallas bedeutet dies aber auch für Ava die Gelegenheit, neu anzufangen und alles hinter sich zu lassen. Doch Dallas will das gar nicht, sieht in der neuen Romanze seiner Frau eine Demütigung, die er nicht ohne Weiteres auf sich sitzen lassen will …

Aus Liebe zum Blödsinn

Lange Zeit war Tyler Perry ein Name, der hierzulande höchstens Leuten etwas sagte, die regelmäßig die US-Charts verfolgen. Denn dort war der US-amerikanische Regisseur und Autor immer wieder mit seinen Komödien vertreten. In den letzten Jahren macht er sich aber auch bei einem internationalen Publikum einen Namen, seinem Einsatz bei den Streamingdiensten sei Dank. So ist es erst ein paar Monate her, dass sein Justizthriller Mea Culpa bei Netflix erschienen ist. Es war eine wiederholte Zusammenarbeit mit dem Anbieter, unter anderem gab es zuvor das Historien- und Rassismusdrama A Jazzman’s Blues. Nun meldet sich der umtriebige Filmemacher mit Divorce in the Black zurück, wechselt dafür aber zu dem direkten Konkurrenten Amazon Prime Video.

Der Film versucht dabei einen Mittelweg zwischen den beiden obigen Titeln. Das Thema selbst bietet sich primär für ein Drama an, wenn es um eine kaputte Beziehung geht, um toxische Familien und den Versuch eines Neuanfangs. Tatsächlich erinnert das Szenario an diverse Herzkino-Geschichten, wo ebenfalls die Protagonistin zu Beginn von ihrem Mann verlassen wird und anschließend in die Heimat zurückkehrt, um sich dort zu sammeln. Perry wäre aber nicht Perry, wenn er nicht einen Weg finden würde, aus einer alltäglichen Situation ganz großen Blödsinn zu machen. Dafür wartet er auch nicht lang: Divorce in the Black beginnt mit einer Beerdigungsszene, wo die Familien von Ava und Dallas sich in die Haare bekommen, was schnell auf absurdeste Weise eskaliert.

Zeitverschwendung

Idiotisch bleibt der Film auch im Anschluss, selbst wenn er nur noch selten derart grotesk wird. Das ist schade. Die Komödien von Perry mögen meist sehr langweilig sein, kaum einer hat aber ein derartiges Talent für unfreiwillige Komik. Das ist alles derart übertrieben, so als habe der Regisseur seit Jahrzehnten keine realen Menschen mehr getroffen. Entsprechend dünn sind auch die Figurenzeichnungen in Divorce in the Black, wenn man sie überhaupt als solche bezeichnen wollte. Wozu mehr als eine Eigenschaft haben? Und selbst mit diesen dürftigen Charakterisierungen ist das Ensemble zum Teil überfordert. Gerade Hauptdarstellerin Meagan Good (Day Shift) scheitert völlig an der Aufgabe, der Protagonistin eine Persönlichkeit zu verleihen. Sie ist einfach nur da.

Ein weiteres Manko ist, dass die Filme von Perry oft viel zu lang sind für das, was sie zu erzählen haben. Unter zwei Stunden geht bei ihm fast gar nichts, was diese Tragödien auch noch zu richtigen Geduldproben machen. Wer Lust hat auf ein bisschen Edeltrash, kann es schon damit versuchen. Schließlich muss es da draußen genügend Leute geben, um die wiederholte Produktion solcher Titel zu rechtfertigen. Eigentlich sollte die Lebenszeit aber zu kostbar sein, um sie für diesen Schund zu verschwenden. Divorce in the Black ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die hiesige Filmlandschaft nicht unbedingt ärmer wäre, wenn Perry sich weiter auf den US-amerikanischen Markt konzentriert hätte. Schlechte Filme gibt es auch so schon genug.



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Divorce in the Black
fazit
„Divorce in the Black“ erzählt von einer toxischen Beziehung, die nach einer Trennung endgültig eskaliert. Wie üblich fällt das Thrillerdrama von Tyler Perry durch minimale Figurenzeichnungen und maximalen Blödsinn auf. Mit der Realität hat das nichts zu tun. Hinzu kommt eine überschaubare schauspielerische Leistung.
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