
Manchmal läuft irgendwie alles schief. Ist man selbst davon betroffen, ist das natürlich sehr ärgerlich. Betrachtet man das Ganze aber unbeteiligt als bloß Zuschauende, kann das durchaus spaßig sein. Ein Beispiel dafür ist der animierte Kurzfilm Hurikán. Dieser erzählt, wie ein einfacher Mann an einem Imbissstand ein Bier bestellen möchte und dabei entsetzt feststellt, dass dieses alle ist. Bei den meisten wäre das ein Anlass, um einfach weiterzuziehen. Schließlich spielt die Geschichte in Prag, wo es genügend andere Möglichkeiten gibt, Bier zu trinken. Allerdings ist der Protagonist nun einmal in die Frau hinter der Theke verschossen und verspricht deshalb, ein neues Bierfass zu besagen. Klingt einfach, ist es aber nicht, wenn aus dem Trip zum Großhändler ein absurdes Abenteuer wird, gewagte Verfolgungsjagden inklusive.
Das ist alles ziemlich witzig, verbunden mit gelegentlicher Gewalt. Etwas befremdlich ist, dass hier ähnlich zum Anime-Klassiker Porco Rosso der Protagonist einen Schweinekopf hat, was aber nie erwähnt wird, geschweige denn erklärt. Für die inhaltliche Tiefe schaut man sich Hurikán aber ohnehin nicht an. Regisseur und Co-Autor Jan Saska will hier „nur“ unterhalten. Das gelingt ihm dafür gut, es macht Spaß, an der Seite der Titelfigur durch die Stadt zu hetzen, immer auf der Suche nach dem guten Tropfen. Auch visuell ist die comicartige Aufmachung komplett in Schwarzweiß ansprechend. Die Designs sind einfach, aber stimmungsvoll inklusive ausdrucksvoller Mimik, die Hintergründe sind passend dazu gewählt. Viel gesprochen wird in den 13 Minuten nicht, muss aber auch nicht sein. Die Geschichte erzählt sich allein durch die Optik.
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