Detektiv Conan: Der 11. Stürmer
© GOSHO AOYAMA / DETECTIVE CONAN COMMITTEE

Detektiv Conan – 16. Film: Der 11. Stürmer

Detektiv Conan: Der 11. Stürmer
„Detektiv Conan: Der 11. Stürmer“ // Deutschland-Start: 10. November 2017 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Eigentlich hatten sie alle beim Fußballspiel nur etwas Spaß haben wollen, als Kogoro Mori einen rätselhaften Anruf erhält: Der Unbekannte droht mit einer Bombe, die er irgendwo versteckt hat, den Fundort verrät er in Form eines Rätsels. Conan gelingt es, dieses zu lösen und in letzter Sekunde ein großes Unglück zu verhindern. Doch damit nicht genug. Der Täter meldet sich kurze Zeit später und kündigt weitere Bomben an. Nur wenn sie bei den Fußballspielen bestimmten Regeln folgen, können sie die Katastrophe stoppen. Aber wer steckt dahinter? Und was beabsichtigt er damit? Klar ist nur, dass der Grund irgendwie mit Fußball zu tun haben muss und die Antwort irgendwo in der Vergangenheit zu suchen ist …

Fußball und Bomben

Die Kinofilme nach dem Manga Detektiv Conan von Gosho Aoyama folgen zwar grundsätzlich immer demselben Prinzip. Oft gibt man sich aber Mühe, bei den Schauplätzen für Abwechslung zu sorgen und damit die zahlreichen Fans zu beglücken. So nahm uns der der 14. Teil Das verlorene Schiff im Himmel mit an Bord eines Luftschiffs, welches von Terroristen gekapert wurde, die mit tödlichen Bakterien drohen. Beim 15. Film Die 15 Minuten der Stille reisen wir an einen Winterort, wo am Grund eines überschwemmten Dorfes die Antwort auf einen Anschlag wartet. Der 11. Stürmer, Kinofilm Nummer 16 der beliebten Animereihe, hat sich nun Fußball als Thema ausgesucht, ein Großteil des Films spielt in irgendwelchen Stadien, in denen Bomben gesucht werden müssen.

Ganz neu ist das natürlich nicht. Bomben kommen bei diesen Filmen immer wieder zum Einsatz. Der Vorgänger hatte mit einem solchen Anschlag begonnen. Tatsächlich handelte sogar der allererste Kinoauftritt Der tickende Wolkenkratzer davon, dass Conan Rätsel lösen muss, um versteckte Sprengsätze zu finden. Da darf man also schon Déjà-vu-Erlebnisse haben. Und auch Fußball spiel traditionell eine große Rolle, wenn Conan mit seinem Spezialball immer wieder Feinde außer Gefecht setzt. Insofern könnte man Detektiv Conan: Der 11. Stürmer als eine Art Best of bezeichnen, auch wenn hier der Sport noch einmal deutlich prominenter platziert ist. Dieses Mal hängt das Verbrechen unmittelbar mit Fußball zusammen, es gibt die Stadien und eine Reihe regulärer Fußballszenen, die den einzelnen Matches entnommen sind und realistischer ausfallen als das, was bei Conan sonst so mit dem Ball angestellt wird.

Überlang und willkürlich

Tatsächlichen Realismus sollte man dennoch nicht erwarten. Bei diesen Filmen geht es – auch das ist Tradition – oft sehr absurd zu. Das betrifft die Rätsel, die aufgrund der Sprachkomponente sowieso nur ein japanisch sprechendes Publikum lösen kann. Es betrifft vor allem aber auch die Handlung und die Ermittlung, beides ergibt höchstens zufällig mal Sinn. Bei Detektiv Conan: Der 11. Stürmer wird es sogar besonders arg. Das Motiv ist zwar schon irgendwie tragisch, aber eben überzogen. Insgesamt ist das alles völlig willkürlich. Da geschieht zwar ständig etwas, durch den Zeitdruck kommt zudem in der Theorie Spannung auf. Da der Film in den entscheidenden Momenten aber wieder ins Formelhafte kippt, ist diese dann doch nicht so richtig groß.

Visuell ist der Film sowieso durchwachsen. Zwar verzichte man hier auf die diversen hässlichen Computer-Elemente, die zuvor so manchen Teil verschandelt haben. Technisch ist Detektiv Conan: Der 11. Stürmer ohnehin nicht schlechter als die Vorgänger. Nur ist das Setting langweiliger. Im Vergleich zu einem Luftschiff und einem eingeschneiten Dorf ist so ein Fußballstadion nun einmal weniger reizvoll. Insgesamt ist der 16. Teil daher nur Durchschnitt, zumal er wie diverse andere Filme auch zu lang geworden ist. Fans muss das nicht stören, die bekommen hier einen Mix der bewährten und beliebten Zutaten. Wer hingegen nur hin und wieder mal in diese Reihe schaut, ist anderweitig besser aufgehoben. Gesehen haben muss man diesem Fußballterror nicht.