
Die Begeisterung von Noah (Asha Banks) hält sich in Grenzen, als ihre Mutter Ella (Eve Macklin) ankündigt, dass sie zu ihrem neuen Mann William (Ray Fearon) ziehen werden. Ihre Heimat Floria hinter sich lassen und in London neu anfangen? Darauf hat sie nun wirklich keine Lust. Doch es kommt noch schlimmer, da sich Williams Sohn Nick (Matthew Broome) als absoluter Stinkstiefel herausstellt. Die Abneigung ist dabei gegenseitig, sie können einfach nicht miteinander. Zumindest denken sie das. Stattdessen stellt sich mit der Zeit heraus, dass sie einander doch irgendwie anziehend finden. Je mehr Zeit sie miteinander verbringen, umso größer wird die Zuneigung, zumal sie die Leidenschaft für schnelle Autos teilen. Dabei ahnen sie nicht, dass ihnen bald noch ganz anderer Ärger droht …
Neuverfilmung des Hits
Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist, sagt man. Zumindest bei Culpa Mia wird dieser Rat auch befolgt. Nachdem die Bücher der argentinischen Autorin Mercedes Ron viele Fans fand, brachte Amazon Prime Video im Juni 2023 die Adaption Culpa Mia – Meine Schuld heraus. Diese schlug ein wie eine Bombe, weshalb der Streamingdienst gleich zweifach versucht, daraus Kapital zu schlagen. Da war die obligatorische Fortsetzung Culpa Tuya – Deine Schuld, die Ende 2024 noch einmal für große Gefühle sorgen sollte. Parallel wurde zudem an einer englischsprachigen Fassung gearbeitet, die nun rechtzeitig zum Valentinstag unter dem Titel Culpa Mia – Meine Schuld: London veröffentlicht wurde. Warum es unbedingt so schnell ein Remake brauchte, wird nicht ganz klar. Aber die Gier machte es dennoch möglich.
Wie der Titel vorwegnimmt, wird der Schauplatz nach England verlegt. Zumindest theoretisch. Wer deswegen aber die typischen London-Schauplätze erwartet, reibt sich verwundert die Augen. Das Setting hat wenig mit dem gemeinsam, was man kennt. Klar, grundsätzlich ist ein Film nicht gezwungen, Klischees zu bedienen. Es hat sogar einen eigenen Reiz, mal ungewohnte Plätze zu zeigen. Wenn das Ergebnis aber so weit entfernt ist, dass man überhaupt nicht mehr erkennen kann, wo man sich befindet, darf man sich schon fragen: Wozu dann überhaupt noch diesen Schauplatz nehmen? Culpa Mia – Meine Schuld: London hat schlicht kein Interesse an dem Setting, hat auch kein Interesse daran, dass der Umzug von Florida nach London eine starke Umgewöhnung bedeutet. Hier ist irgendwie alles gleich.
Abgründe ohne Tiefe
Vom Inhalt darf man sowieso nichts erwarten, der ist der spanischen Variante sehr ähnlich. Dann und wann wird zwar etwas abgewandelt. Neu sind auch die illegalen Boxkämpfe. Die wirken jedoch sehr beliebig eingebaut, scheinen wohl primär deshalb drin zu sein, damit Matthew Broome (The Buccaneers) mit nacktem Oberkörper herumlaufen darf. Es braucht schließlich eine Alternative zum Pool. Ansonsten darf man nicht viel Sex erwarten, selbst dann nicht, wenn die beiden Sex haben. Das ist alles klinisch rein. Man schmückt sich zwar mit Abgründen, wenn da viele verbotene Dinge getan werden – vom Autorennen bis zur verbotenen Liebe. Die sind in Culpa Mia – Meine Schuld: London aber direkt unter der Oberfläche, passend zu den Figuren.
Das muss einen nicht stören, die spanische Variante war inhaltlich ebenso schlecht. Sie arbeitete zudem ebenfalls mit Figuren, die von Grund auf so unsympathisch sind, dass es ein Rätsel ist, wie sie beim Publikum romantische Gefühle erzeugen können. Die Zielgruppe sieht das aber offensichtlich anders. Wer die ersten beiden Filme mochte, kann es deshalb auch mit Culpa Mia – Meine Schuld: London versuchen. Wer hingegen nichts mit den konstruierten Liebesdramen anfangen konnte, wird bei der englischsprachigen Fassung nicht minder verzweifeln. Zumal zu befürchten ist, dass im Erfolgsfall auch das Remake fortgesetzt wird, es also diese Reihe gleich doppelt geben wird und sich dieser Murks noch potenziert.
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