
Insekten sind aus naheliegenden Gründen eher weniger als Identifikationsfiguren geeignet. Die meisten werden ignoriert, manche sogar gehasst, sympathisch erscheinen nur wenige dieser Krabbelviecher. Und doch gab es immer wieder animierte Filme und Serie, welche sie in den Mittelpunkt stellten. Ob es nun der Zeichentrickklassiker Die Biene Maja war, der Live-Action-Mix Die Winzlinge – Operation Zuckerdose oder auch der Pixar-Hit Das große Krabbeln, da finden sich viele sehenswerte Beispiele, bei denen die Zuschauer und Zuschauerinnen mitfiebern durften. Eine ähnliche Aufmerksamkeit wird Down in the Dumps eher nicht erlangen. Schön ist der Kurzfilm über einen Maikäfer, der sich auf seine Geburtstagsfeier vorbereitet, aber schon. Einen Anteil daran hat die charmante Scherenschnitt-Stop-Motion-Optik. Die putzig gestalteten Charaktere und die liebevoll gestalteten Settings machen schon Spaß. Natürlich kann man diese kleine niederländische Produktion nicht mit ausgewachsenen Spielfilmen vergleichen. Aber es ist schön anzusehen.
Während sich andere Animationstitel aber damit begnügen, Tiere in witzigen Situationen zu zeigen, da hat Regisseurin Vera van Wolferen tatsächlich einiges zu sagen. So ist die viele Arbeit der Protagonistin bei den Vorbereitungen Ausdruck ihrer Sehnsucht, von den anderen akzeptiert zu werden. Dabei merkt sie nicht, was sie der Kakerlake antut, die nebenan wohnt und die sie von der Party fernhalten will. Umgekehrt muss auch dieser besagte Nachbar lernen, dass der Maikäfer nicht das tolle Leben führt und mit Problemen zu kämpfen hat. Down in the Dumps ist daher auch als Aufforderung zu verstehen, auf andere zuzugehen, ihnen zuzuhören und Einfühlungsvermögen zu zeigen – was heute eine langsam in Vergessenheit geratene Qualität ist. Dabei wird aber darauf verzichtet, der jungen Zielgruppe alles vorzukauen. Man zeigt hier lieber, anstatt alles verbalisieren zu wollen. Und zu zeigen hat man einiges, sowohl in den lustigen wie auch den traurigen und düsteren Momenten.
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