North Shore - Tod in Sydney TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF / ITV Studios / Feedmee / Daniel Asher Smith

North Shore – Tod in Sydney

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„North Shore – Tod in Sydney“ // Deutschland-Start: 2. März 2025 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Für die britische Wirtschaftsministerin Abigail Crawford (Joanne Froggatt) und ihren Mann Simon Chalcott (Dan Spielman) bricht eine Welt zusammen, als sie erfahren, dass ihre 19-jährige Tochter Sophie tot im Hafen von Sydney im Wasser gefunden wurde. Crawford reist sofort nach Australien und wird dabei von DS Max Drummond (John Bradley) begleitet, der für das Londoner Morddezernat arbeitet und bei den Ermittlungen mitmischen soll. Das wiederum gefällt der lokalen Polizistin DS Meg Driscoll (Kirsty Sturgess) nicht, der die Leitung für die Ermittlungen übertragen wurde. Diese hatte bislang noch keinen Fall von dieser Größe und verbittet sich jede Einmischung, weshalb es zu regelmäßigen Konflikten zwischen den beiden kommt. Dabei ist der Druck groß, nicht nur weil Crawford Einfluss hat. Die Tote war zudem die Freundin von Tom (Max Mayer-Rayment), dessen Vater Lloyd Macklin (Rob Carlton) ein bedeutender Unternehmer ist …

Glamour-Krimi über die Grenzen hinweg

Am Sonntagabend bringt das ZDF gern immer mal wieder Krimiserien aus dem Ausland, um die zahlreichen eigenen Produktionen zu ergänzen. Darunter finden sich auch so bekannte Titel wie Inspector Barnaby, ein Urgestein des Genres. Zuletzt war auf dem Sendeplatz die zweite Staffel von Annika: Mord an Schottlands Küste zu sehen. Mit North Shore – Tod in Sydney startet nun eine weitere Serie bei uns. Dieses Mal reisen wir, wie der Titel schon sagt, nach Australien, eine Besonderheit in diesem Zusammenhang. Wobei die lokale Polizei mit der britischen zusammenarbeiten muss, da die Tote eine Britin war. Das rechtfertigt zwar nicht, dass ein Polizist ans andere Ende der Welt fliegt. Aber wenn es sich um die Tochter einer bedeutenden Politikerin handelt, können dafür auch schon mal Steuergelder ausgegeben werden. Recht und Gesetz sind dann eben doch nicht für alle gleich.

Das wird sich im weiteren Verlauf noch anderweitig bestätigen. Ohne zu viel vorab zu verraten, geht es um schmutzige Deals, Mauscheleien und Korruption. Eine zentrale Rolle spielt dabei Macklin, der Geld hat. Und wer Geld hat, kann sich Macht und Einfluss kaufen, manchmal dann auch die Wahrheit. North Shore – Tod in Sydney ist da alles andere als subtil, arbeitet mit recht eindeutigen Feindbildern, damit das Publikum auch weiß, wer der Böse ist. Andere sind nicht ganz so schlimm, haben aber selbst dunkle Geheimnisse. Da dürfen dann mal wieder reihenweise Affären eingebaut werden, wie in einer Seifenoper. Sonderlich ambitioniert ist das Ganze nicht, das ist hier nicht mehr als einer dieser Glamour-Krimis, der sich in seiner Kritik an denen da oben suhlt. Das funktioniert natürlich schon, man kann sich leicht darüber aufregen. Es ist nur ein ziemlich faules Drehbuch.

Nur mäßig

Das gilt auch für die Reibereien zwischen den beiden Hauptfiguren. Im Krimigenre wimmelt es nur so von Beispielen, wenn zwei verschiedene Polizeivertretungen zusammenarbeiten müssen und es dabei zu Kompetenzgerangel kommt. Das kann sein, wenn jemand aus der Großstadt in der Provinz ermittelt. Oder eben, wenn zwei Nationalitäten aufeinandertreffen: Die irisch-nordirische Konfrontation Borderline – Grenzenlose Verbrechen – ein weiterer Sonntagabend-Import vom ZDF – brachte das vor einigen Wochen auf die Spitze. Bei North Shore – Tod in Sydney wird das weniger zelebriert. Gant konnte man aber nicht von diesen Streitereien lassen, die nicht nur kindisch und überflüssig sind, sondern auch recht plötzlich vorbei. Manchmal ist das ärgerlich, manchmal auch langweilig.

Schlecht ist die Serie damit nicht. Das meiste geht schon irgendwie in Ordnung. Zumindest anfangs darf man rätseln, wer von den vielen unangenehmen Leuten den nun den Mord begangen hat. Zu viel sollte man davon aber nicht erwarten. So wird erstaunlich früh bereits verraten, was geschehen ist. Die Ermittlungen sind auch nicht sehr befriedigend, wenn die Lösung etwas vom Himmel fällt. Immerhin, auf den letzten Metern kommt es noch zu einer Wendung, die überraschend ist und sich doch klar aus dem ergibt, was zuvor geschehen ist. Nur wird es dabei auch irgendwie bescheuert, glaubwürdig ist das nicht. Insofern kann man das mit North Shore – Tod in Sydney bleibenlassen, da gab es schon deutlich Besseres auf dem Sendeplatz.



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North Shore – Tod in Sydney
fazit
In „North Shore – Tod in Sydney“ arbeiten die australische Polizei und ein britischer Polizist zusammen, um den Mord an der Tochter einer Ministerin aufzuklären. Da gibt es viele unnötige Streitereien, klischeehafte Figuren und viel Drama. Die Auflösung ist überraschend, überzeugend ist der Krimi aber kaum.
Leserwertung55 Bewertungen
4.9
4
von 10